Nerven wie die Bremsseile ihrer Fahrzeuge haben 15 VW-Käfer-Freunde: mit ihren sechs Fahrzeugen aus den Baujahren 1949 bis 1956 machen sich die abenteuerlustigen Oldtimerfans auf den 11.000 Kilometer langen Weg nach China. Das Ziel der „1. Vintage Volkswagen Challenge 2009“: die Deutsche Botschaft in Peking.
Auf der 11.000 km langen Tour von Erlangen bis zum Endziel in Peking kommen die Teams durch Polen, Litauen, Lettland, Russland und die Mongolei. Die Fahrtroute führt unter anderem entlang der transsibirischen Eisenbahn und durch die Wüste Gobi. Und das wird sicherlich keine Kaffeefahrt, vor allem da die teilnehmenden VW Käfer noch über Seilzugbremsen, unsynchronisierte Getriebe und eine bescheidene Motorleistung von 24 bzw. 30 PS verfügen. Da ist Vertrauen in die Zuverlässigkeit deutscher Technik gefragt.
Der Anlass für die „1. Vintage Volkswagen Challenge 2009“ sind der 60. Jahrestag der Bundesrepublik Deutschland im Mai 2009 und der Volksrepublik China im Oktober 2009. Gestartet wird am 30. Juli 2009 um 9.00 Uhr in Erlangen auf dem Schlossplatz, wo Erlangens Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis die Teams verabschieden wird. Wenn alles gut läuft, werden die sechs Käferteams und zwei Begleitfahrzeuge einen Monat später, am 30. August 2009, an der Deutschen Botschaft in Peking eintreffen, wo sie vom deutschen Botschafter Dr. Michael Schaefer empfangen werden. Den Rückweg treten die Krabbeltiere allerdings dann per Schiff an.
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Der Landweg von Europa nach China war für Kaufleute, Missionare und Abenteurer seit Jahrhunderten Risiko und Versprechen zugleich. Mit dem Einrichten der Eurasia in den 1930er Jahren - der ersten Luftverbindung der Lufthansa ins Reich der Mitte - wurde die Distanz deutlich geringer. Heute bedienen zahlreiche Airlines mehrmals täglich diese Route.
Initiator und Veranstalter des privat organisierten Events ist der Erlanger Dr. Richard Hausmann. Der Chef von Siemens in China lebt seit mehr als vier Jahren in Peking und kennt durch seine Tätigkeit Land und Leute hervorragend. „In den vergangenen Jahren bin ich die Strecke mehr als 50 mal geflogen. Nun wollte ich diese Entfernung einmal auf dem Landweg erfahren“, sagt der Sammler alter VW-Käfer. „Für mich war es seit jeher ein Traum, diese Distanz mit einem meiner VW zu überwinden. Die beiden Jubiläen von China und Deutschland gaben den Ausschlag, diesen Traum mit einem meiner Volkswagen, der ebenfalls 60 Jahre alt ist, zu realisieren.“
Der Manager ist eingeschworener Käfer-Fan des VW, ebenso wie die anderen Teilnehmer, die jeweils aus Fahrer und Beifahrer bestehen und bunt gemischt sind: Von Vater und Sohn, über (Un-) Ruheständler, zwei Ärzten, einem Designer, einem Restaurationsspezialisten für VW und Porsche bis hin zu aktiven Managern spannt sich der Bogen. „Unser aller Ziel ist es, nach 30 Tagen wohlbehalten in Peking anzukommen, ein unvergessliches Erlebnis hinter uns und möglichst wenig der mitgeschleppten Ersatzteile verbraucht zu haben“, beschreibt Richard Hausmann seine Pläne. Auf der Internetseite werden die Teilnehmer auch ein Online-Tagebuch führen.
Volkswagen stellt zwei Begleitfahrzeuge inklusive einem Mechaniker zur Verfügung. Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Internationalen Fachmesse „Ideen-Erfindungen-Neuheiten" (IENA) aus Nürnberg, außerdem der VW-Zeitschrift „Gute Fahrt“, TUI China, Castrol, Lufthansa China sowie Microsoft und Dopod, ein asiatischer Hersteller von Mobiltelefonen. Die IENA Nürnberg plant außerdem, einige der teilnehmenden Käfer nach ihrer Rückkehr aus China auf einer der nächsten Messen zu präsentieren. Gedacht ist an die Consumenta 2009 oder die Freizeit-Messe 2010 in Nürnberg.
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