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LICHTMASCHINEN IM KÄFER
 



Aufstellung verwendete Lichtmaschinen beim Käfer:

a) Gleichstrom:
Die angegebenen Einschaltdrehzahlen beziehen sich auf die Lima, nicht auf den Motor. Durch die Übersetzung in den Riemenscheiben ist hier zum Vergleich die Motordrehzahl  mit 1,3 bis 1,6 zu multiplizieren, da die Lima schneller als die Kurbelwelle läuft!

bis ca. 1952: 7 Volt, 130 Watt (bis 1951 hatte der Käfer noch eine zusätzliche Anlass-Hilfskurbel!), Lima-Durchmesser 90 mm, Regler auf der Lima.

ca. 1953-1959:  7 Volt, 23 A max., 160 Watt Nennleistung ab 1.750 U/min.;
Lima-Durchmesser 90 mm, Regler auf der Lima.

1960-1966:  7 Volt, 45 A (22), 180 Watt Nennleistung ab 1.750 U/min.,
Lima-Durchmesser 90 mm, Regler auf der Lima. Diese Lima wurde beim 1200 Standard tlw. bis Juli 1975 weiter eingebaut!

1966-1967:  7 Volt, 45 A (22), 180 Watt Nennleistung ab 1.250 U/min,
Lima-Durchmesser 105 mm, diese Lima wurde beim 1300/1500 eingebaut, der Regler liegt innen unter dem Rücksitz.

1962-1965:  14 Volt, 21 A, 220 Watt Nennleistung ab 1.750 U/min,
Einbau nur als M-Zubehör (Polizei, etc.), Lima-Durchmesser 90 mm, Regler auf der Lima.

1968-1986:  14 Volt, 30 A (22), 330 Watt Nennleistung ab 1.250 U/min,
Lima-Durchmesser 105 mm, Einbau bei 1300/1500/1302/1303, 1200 teilweise, Mexico ab 1979, Regler unter Rücksitzbank.

Sonderausstattung (Typ 1, 2 und 181 ab 1970)
1968-1986:  14 Volt, 38 A (22), 440 Watt Nennleistung ab 1.250 U/min,
Lima-Durchmesser 105 mm, Einbau bei Behördenfahrzeugen mit Funkanlage, Regler unter Rücksitzbank.

b) Drehstrom:

1972-1974:  14 Volt 50 A (22) mit außenliegendem halbmechanischem Regler, Maximalleistung 700 Watt, frühladend, Einbau beim 1303 als M-Zubehör, Regler unter Rücksitzbank.

1974-1980:  14 Volt 55 A (22) mit innenliegendem Elektronik-Regler, Maximalleistung 770 Watt, frühladend, Einbau beim 1303 serienmäßig und beim 1200 L. Regler in der Lima.

Mexico-Käfer 1990-heute: 14 Volt 55 A (modifizierte Version von Bosch Brasilien oder Mexico), Regler in der Lima.


Ab 1974 wurden also Käfer wahlweise mit Drehstrom-Lima ausgerüstet (vorwiegend 1303, aber auch Sparkäfer bis 1987 mit M-Ausstattung oder Winterpaket). Diese Lichtmaschinen erkennt man an dem wesentlich größeren Einbaudurchmesser im vorderen Teil. Sie sind für Umrüstungen eigentlich heute die beste Alternative! Allerdings gibt es bei Fahrzeugen vor Modelljahr 1971 teilweise Platzprobleme an Vergaser (Einspritzhebel), Benzinpumpe und Saugrohr. Durch Nachbiegen, bzw. durch kleine Ausfräsungen am Lima-Gehäuse kann hier abgeholfen werden.   Zudem muss der Lichtmaschinensockel getauscht werden (dies gilt auch für den Umbau auf Gleichstrom-Lima mit 105er Durchmesser, wenn vorher nur ein Sockel mit 90er Durchmesser vorhanden war).

Bei alten 25- und 30-PS-Motoren liegt im 90er Lima-Sockel das Kernproblem, da dieser hier angegossener Motorblockbestandteil ist und nicht demontiert werden kann. Es wäre zwar möglich, ca. 7,5 mm aus der Auflagefläche am Motorblock heraus zu fräsen, jedoch ergibt sich dann noch ein weiteres Problem, da die Länge der Kurbelwelle geringer als bei den Motoren ab 34 PS ist. Die untere Riemenscheibe hätte daher einen seitlichen Versatz zur Riemenscheibe an der Lichtmaschine. Bei den 6-Volt-Lichtmaschinen wurde diese Differenz konstruktiv einfach gelöst: Bei 34 PS wurde die obere Riemenscheibe auf der Lima einfach umgekehrt aufgesteckt, dadurch wurde die Längendifferenz (Versatz) ausgeglichen. Bei den 12-Volt-Lichtmaschinen funktioniert dies jedoch nicht, da das Gehäuse länger ist und die Riemenscheibe daher nicht mehr umgekehrt darauf passt. Man kann daher mit vertretbarem Aufwand bei den 25/30-PS-Motoren nicht auf preisgünstige Lima´s mit 105er Durchmesser zurückgreifen! Es passt einzig die Variante von 1962-1965 (14 V, 21 A) mit 90er Durchmesser, die es z. Zt. von Bosch Brasilien mit 14 V 25 A noch neu zu kaufen gibt. Diese Lima ist im Verhältnis sehr teuer, da sie auch beim Porsche 356 eingebaut worden ist.

Wenn sie eingebaut werden soll, ist unbedingt darauf zu achten, dass ein passender Regler (14 V 21 A oder 25 A) mit eingebaut wird (auf der Lima oder extern). Wird stattdessen der typische 30-A-Regler vom neueren Käfer verwendet, brennt die Lima nach kurzer Zeit wegen Überlastung durch!

Bei allen Umbauten ist es möglich, den Lima-Regler irgendwo seitlich am Motorgebläsekasten anzuschrauben. Dadurch ist es möglich, auf tiefgreifendere Veränderungen am Kabelbaum zu verzichten, die bei der Montage des Reglers im Innenraum unter der Sitzbank erforderlich würden.

Wer einen Drehstromgenerator einbauen möchte, sollte sich für die Version mit innenliegendem Elektronik-Regler entscheiden, denn diese benötigt weder Reglerplatz, noch eine zusätzliche Verkabelung. Der ggf. unter der hinteren Sitzbank vorhandene Originalregler wird beim Umbau auf Drehstrom entfernt, sämtliche roten 6mm²-Kabel werden dort sauber aneinander geklemmt und ordentlich isoliert. Die beiden Kabel von Klemme 61 und DF werden ebenfalls aneinander geklemmt und isoliert. Am Generator kommt das grüne dünne Kabel an den Regleranschluss, das dicke Kabel (rot oder rotweiß) kommt an die Klemme D+.

Bei Drehstromgeneratoren mit außenliegendem Regler gilt diese Schaltplanzeichnung. Der Regler kann bei diesen an der Spritzwand im Motorraum montiert werden, eine Verlegung nach innen ist zu aufwendig, da dafür 3 Steuerleitungen durch die C-Säule gezogen werden müssten. Für beide Drehstrom-Generatoren gibt es von Fa. Hella, bzw. Herth & Buss preisgünstige Regler.

In diesem Zusammenhang noch ein paar Infos zu den Riemenscheiben-Kombinationen: Die Größen der unteren und oberen Riemenscheibe sind maßgeblich für die Drehzahl, die von der Kurbelwelle auf den Generator übertragen wird. Die 1200er und 1300er Motoren haben eine um ca. 1 cm im Durchmesser kleinere untere Riemenscheibe als die 1500er und 1600er. Seltsamerweise findet sich bei den 25/30-PS-Motoren ein noch größerer Scheibendurchmesser. Im Vergleich der 1300er mit der 1600er Riemenscheibe ergibt sich, dass der Riemen, dessen Länge bei beiden prinzipiell innen gleich ist, wegen der kleineren 1300er Scheibe zwangsläufig an der oberen Scheibe weiter außen als beim 1600er Motor laufen muss. Insgesamt ändert sich das Übersetzungsverhältnis Kurbelwelle-Generator doch ganz erheblich: ca. 1:1,3 beim 1200/1300er, ca. 1:1,5 beim 1500/1600er. Das letztere bedeutet bei Motordrehzahl 4000 /min. eine Generator- drehzahl von 6000 /min.

Zu beachten ist, dass auch das Kühlgebläserad von der Lichtmaschinenwelle angetrieben wird. Dies hat an der Motor-Verlustleistung einen relativ hohen Anteil! So wurden beim 1600er Motor nach US-Amerikanischer SAE-Norm (ohne Nebenaggregate) bis zu 60 PS gemessen! Man kann daher bei den großen Motoren mit der Riemenscheibe vom 1200/1300er die Drehfreudigkeit und die Spitzenleistung geringfügig verbessern! Allerdings wird bei Fahrten mit niedrigen bis mittleren Drehzahlen die Kühlgebläseleistung etwas verschlechtert, bei Vollast sind hingegen die Stauungen am Gebläseeintritt so stark, dass kein Unterschied mehr feststellbar ist.




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